2018 frauen1 neu miniDas beste Team in der Abstiegsrunde der 2. Liga heisst KTV Wil. Mit einem mehr als überzeugenden Auftritt lassen sie in der letzten Partie der Saison auswärts dem HC Goldach-Rorschach keine Chance. In einem torreichen Spektakel nehmen sie mit 41:32 Toren die letzten beiden Punkte nach Hause.  

Ende Februar war es das Team von Goro, dass den Wilerinnen im heimischen Lindenhof eine bittere, an Deutlichkeit kaum zu überbietende, Niederlage zufügte. Eine Woche später kam der schwache Auftritt in Uster und schon schien es, als stecke das Damen1 des KTV Wil in einer spielerischen Krise. Nicht so dieses Team.

Man setzte sich zusammen, krempelte die Ärmel zurück, quälte sich in den nächsten Trainings und entfachte das Feuer der Leidenschaft. Stärker denn je kamen die Damen zurück, frei nach dem Leitspruch, die positiven Eindrücke aus den letzten Partien einer vergangenen Saison nehme ich in die Nächste mit. So setzte Wil zu einem Steigerungslauf an, der im grossen, letzten Auftritt in Rorschach seinen Höhepunkt fand. Schon vor Beginn der Saison liess sich nicht verleugnen, dass in dieser Mannschaft enormes, vor sich hinschlummerndes Potential steckt. Dieses zu wecken, es ausbrechen zu lassen, brauchte etwas länger, brauchte eine Abstiegsrunde und wachte so richtig auf in den letzten 4 Partien. Das Tempo, das druckvolle Spiel, die schnellen Beine, die sicheren Passfolgen und vor allem das neugewonnene Vertrauen in ihr Können, machten die Mannschaft zu dem, was sie im Schlussspiel der Saison boten. Nachdem die Mannschaften feststehen, die sich im Kampf gegen den Abstieg noch bewähren müssen, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die letzte Saison-Partie des Damen1 nur noch Pflicht sein würde. Dagegen sprach die Tabellensituation (Rang 1 «Goro», Rang 2 «Wil»), das Resultat der letzten Begegnung und die Tatsache, dass sich diese beiden Mannschaften nichts zu schenken haben. Entsprechend konzentriert gingen die beiden Teams ans Werk. Sie agierten aus einer starken Defensive heraus und versuchten mit kontrollierten Angriffsspiel zum Erfolg zu kommen. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Das Heimteam kam mit ihren Anspielen über den Kreis mehrmals zum Erfolg und hielt bis zur 20. Minute das Geschehen ausgeglichen. Wil agierte in der Anfangsphase vorsichtig, tastete sich an die Schwachstellen im Verteidigungsriegel des Gegners heran. 10 Minuten vor dem Pausenpfiff schalteten sie dann in den Wettkampfmodus und legten an Tempo und Kreativität zu. Schnell mussten die Damen vom Bodensee erkennen, dass sie der Temposteigerung der Gegnerinnen nichts entgegen zu setzen hatten. Wil wirbelte und glänzte mit hervorragendem Spiel in die Tiefe. Dazu kam eine exzellente Chancenauswertung. Auch dank bestem Stellungsspiel vor dem eigenen Tor, wo sich jede Spielerin richtig reinkniete, lenkten die Gäste das Spiel auf Sieg. Mit einer 19:12 Führung schrieb Wil die erste Halbzeit für sich gut. Die zweiten 30 Minuten entwickelten sich zu einem Angriffsfurioso, wie es die Zuschauer lieben, die Trainer nicht unbedingt. Goro versuchte mit schnellen Abschlüssen möglichst rasch wieder in Schlagdistanz zu kommen. Die Wilerinnen antworteten mit noch schnellerem Angriffsspiel und überforderten den Gegner ein ums andere Mal. Dabei fiel auf, dass sie dank der Ausgeglichenheit auf allen Positionen ihr Spiel viel unberechenbarer aufziehen konnten, wohingegen das Heimteam hauptsächlich über ihre wurfstarke Rückraumspielerin zum Erfolg kam. Verkürzte Goldach-Rorschach zwischendurch den Rückstand, drückten die Gäste noch mehr aufs Gas, zogen weiter davon und liessen nichts mehr anbrennen. 41 Tore, eines schöner als das vorherige, die grosse, gutgelaunte Fangemeinschaft kam voll auf seine Rechnung. Wil schloss die Saison mit dem besten Spiel ab, übernahm zum Schluss die Tabellenführung und wird mit diesem gewünschten, guten Gefühl in die Vorbereitung auf die neue Saison gehen.